Rheinland-Pfalz: Neue Flüchtlingsunterkunft in Mainz eröffnet – Platz für 275 Geflüchtete


Ein mehrstöckiger Neubau eines Wohnhauses: In Mainz entstehen drei neue Flüchtlingsunterkünfte.

Stand: 20.11.2025 14:54 Uhr

In Mainz wurde am Donnerstag eine neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet, im kommenden Jahr folgen zwei weitere. Der Grund: Einige der alten Unterkünfte sind stark sanierungsbedürftig und sollen geschlossen werden.

Drei neue Gebäude stehen in der Nikolaus-Kopernikus-Straße im Gewerbegebiet von Mainz-Hechtsheim. Darin: verschiedene Wohnungen, mit ein bis fünf Zimmern. In den Räumen, ähnlich einer Wohngemeinschaft, sollen sich die Geflüchteten wohler fühlen. Familien können so zum Beispiel einen Bereich für sich bekommen.

Hinter dieser Aufteilung steckt noch ein anderer Gedanke: “Wir haben auch auf Nachhaltigkeit geachtet”, sagt Sozialdezernentin Jana Schmöller (SPD). Wenn wir die Unterkunft mal nicht mehr brauchen, kann sie als bezahlbarer Wohnraum genutzt werden.”

Unterkünfte in Wormser Straße werden geschlossen

275 Menschen haben in der Nikolaus-Kopernikus-Straße Platz – fast alle ziehen hier aus den beiden Unterkünften in der Wormser Straße herüber. Diese werden zum Ende des Jahres geschlossen.

Im kommenden Jahr stehen noch zwei weitere Eröffnungen von neugebauten Unterkünften an: Im Layenhof mit 299 Plätzen und in der Bahnhofstraße mit 70 Plätzen. Dann werde auch die bestehende Unterkunft im Layenhof dicht gemacht, so die Sozialdezernentin.

Wenn die Unterkunft nicht mehr gebraucht wird, soll sie als bezahlbarer Wohnraum genutzt werden.

Gemeinschaftsunterkünfte stark sanierungsbedürftig

“Viele Unterkünfte müssten dringend saniert werden”, erklärt Jana Schmöller. Aber oft lohne sich die Sanierung gar nicht mehr. Deswegen habe die Stadt beschlossen, neu zu bauen.

Viele Unterkünfte müssen dringend saniert werden.
Jana Schmöller, Sozialdezernentin der Stadt Mainz

Insgesamt gebe es so etwa 100 Plätze mehr. “Wir wollen nicht im Sparzwang sagen, wir machen Unterkünfte zu”, sagt Schmöller. “So können wir in der Welt, wie sie gerade ist, nicht planen.” Es könne durchaus sein, das noch einmal mehr Geflüchtete in die Stadt kommen.

Zahl der Geflüchteten in Mainz sinkt

Momentan leben laut Stadt 2.452 Geflüchtete in den Mainzer Gemeinschaftsunterkünften – 676 davon aus der Ukraine und 1.776 aus anderen Ländern wie Syrien, Afghanistan, Somalia oder Pakistan. Die Zahl der Zuweisungen sei aber in den vergangenen Jahren gesunken und hätte sich nun auf einem etwas niedrigerem Niveau eingependelt, so die Sozialdezernentin. 537 Geflüchtete sind Mainz in diesem Jahr zugewiesen worden – vor zwei Jahren waren es noch 791.

Flüchtlingsunterkünfte in ganz Mainz verteilt

“Wir sind als Kommune verpflichtet, Geflüchtete aufzunehmen”, sagt Jana Schmöller. Dennoch gebe es manchmal Widerstände aus der Bevölkerung. Dem setzt sie entgegen: “Bei uns sind die Unterkünfte gut auf verschiedene Stadtteile verteilt.” So sei die Belastung für einzelne Stadtteile überschaubar. “Wir müssen außerdem darauf schauen, was gelungen ist”, appelliert sie.

Das könnten auch kleine Beispiele sein: In der Unterkunft Zwerchallee sind die Treppenhäuser äußerst heruntergekommen. Die Stiftung Juvente, die sich dort um die Bewohner kümmert, streicht sie gerade – zusammen mit Geflüchteten.

Sendung am Do., 20.11.2025 14:00 Uhr, SWR4 am Nachmittag, SWR4

Geflüchtete in Rheinhessen



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